Evangelische Kirchengemeinde Warburg + Herlinghausen

Gemeindebrief September 2009 - November 2009

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nachgedacht

Zukunft

„Und wenn die Schweinegrippe sich nun mit der Hühnergrippe verbindet“, … diesen Gedanken eines besorgten Menschen unserer Gemeinde nehme ich mit an den Schreibtisch … Was sind das für Ängste? Was erwarten wir für eine Zukunft ? Ich habe den Eindruck, Psychologie und Medien bestimmen unser Hoffen und Bangen. Ängste werden geschürt. Dann werden Dementis ausgerufen, die keiner so recht glauben mag. Haben wir die Bankenkrise hinter uns, oder kommt das dicke Ende erst? Brechen die Arbeitsplätze weiter ein, oder ist die Talsohle erreicht? Ist dieser Sommer normal oder ein Wink des Klimawandels? Entvölkert sich unser Kreis Höxter? Sind unsere Soldaten im Krieg oder im Kampf gegen Terroristen? Furcht und Angst vor der Zukunft ereilt uns aber auch ganz persönlich. Wann wird mein Leben ein Trümmerhaufen? Ich wette, sie kommen weg von den globalen Themen. Die Sorge um die Familie, um Freundschaften, um den eigenen Arbeitsplatz und um die Gesundheit, sie rücken in den Vordergrund. Menschen, die über ihre Sorgen reden, kriegen oft zu hören: „Denk positiv“. Sicher ist da etwas dran, denn das Sich Sorgen Machen kann lähmen, es kann zu Niedergeschlagenheit und Depression führen. Aber kann und soll man Ängste und Besorgnisse einfach wegwischen? Kann man sie ernst nehmen und doch locker, positiv damit umgehen? Und wenn alles in die Brüche geht? –Was ist dann? Wenn die Ehe zerbricht, wenn ein Kind drogenabhängig wird, wenn Job und Haus verloren gehen und Schulden drücken, wenn eine schlimme Krankheit auftritt? Sind nicht Fragen nach der Wasserknappheit, nach dem Hunger in der Welt, nach Kriegen, nach Arbeit und sozialen Umbrüchen Besorgnis erregend und deprimierend?
Und wenn etwas in die Brüche geht in unserem Leben? Resignieren wir, stecken wir den Kopf in den Sand, oder setzen wir Neues aus den Scherben zusammen? Wer die Geschichte Gottes mit den Menschen kennt, weiß, dass in der Bibel nach Katastrophen von Neuanfängen die Rede ist. Es bricht nicht alles zusammen, solange die Erde besteht. Gott bleibt. In ihm und durch ihn haben wir eine Zukunft, trotz unserer Fehler, trotz unseres Versagens oder unseres Schicksals. Wir müssen nicht im Staub kriechen, selbst wenn wir das Porzellan zerschlagen haben. Wir dürfen uns aufrichten, gegen das Zerbrechen angehen. Manchmal müssen wir auch Zerbrochenes hinter uns lassen. Im Licht der Liebe Jesu Christi bleibt es nicht zappenduster. Sein Licht leuchtet uns, wo wir keine Zukunft mehr sehen. Wo wir in seinem Namen Liebe üben, ihm folgen, ist Licht, der Finsternis zum Trotz. Wir können uns bewegen, unser Leben anpacken, auch wenn Altvertrautes weg bricht. Die Gewissheit und die Hoffnung, dass Gottes Liebe zum Leben und seinen Menschen Neuanfänge ermöglicht im Großen wie im Kleinen, hält uns handlungsfähig. Und wo wir nicht mehr handeln können, wo wir nur noch unser Ende erblicken, da wissen wir, dass einer, Christus, für uns gehandelt hat, uns zu sich ziehen will, in den geöffneten Himmel. Nun aber bleiben, Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen. Aus 1.Brief des Paulus an die Korinther Kap.13 Möge Gott Ihnen den Glaube an die Zukunft und die Lebensfreude immer wieder neu schenken und Ihren Weg begleiten.

Ihr K-L Wendorff, Pfarrer der Kirchengemeinde Scherfede-Rimbeck

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